Polizeibesuch im Chemieunterricht: Alkohol am Steuer

Am 17.06.2011 bekam unsere Schule Besuch von der Polizei. Das Delikt: Alkohol am Steuer! Günther Quante, Polizist bei der Polizei Soest und ehemals selber Schüler der Drost-Rose, besuchte die Klassen 10b und 10d im Chemieraum mit Frau Sumfleth. Er erklärte, wie es dazu kommt, dass junge Erwachsene so oft alkoholisiert hinterm Steuer sitzen.

Meist handelt es sich um ein und denselben Ablauf: Meist in kleinen Grüppchen besuchen Jugendliche Discos oder Kneipen. Man fängt an zu feiern, lässt sich auf ein bisschen Alkohol ein und kann anschließend nicht mehr aufhören, weiter zu trinken. Das Gefährliche daran ist, dass man sich auch nach dem Verzehr größerer Mengen Alkohol noch fitter und anwesender fühlt, als man tatsächlich ist, dabei können auch ein paar wenige hundert Milliliter zur Fahruntüchtigkeit führen. Dies ist aber von Mensch zu Mensch verschieden, da sich Geschlecht, Körpergröße und –gewicht auf den Abbau des Alkohols auswirken. Freunde und natürlich auch der Fahrzeugführer selbst müssen irgendwie spät am Abend auch wieder nach Hause kommen – so bildet sich Druck auf den Fahrer, der ihn noch stärker dazu treibt, sich alkoholisiert hinters Steuer zu setzen. Bei Männern scheint diese Verhaltensweise stärker vertreten zu sein, als bei gleichaltrigen Frauen. Eine Statistik der Bundeszentrale für Aufklärung besagt, dass 66,7% aller männlichen und bloß 9,2% aller weiblichen Verkehrsteilnehmer einer Umfrage zufolge angegeben haben, alkoholisiert Auto zu fahren. Die Folgen lassen sich erahnen: Schlimme Verkehrsunfälle, bei denen leider regelmäßig Tote zu beklagen sind.

Herr Quante brachte Rauschbrillen mit. Es handelt sich dabei um manipulierte Schutzbrillen mit gebrochenen Gläsern, die simulieren, wie sich 1,3 Promille Alkohol im Blut auf das Sehvermögen eines Menschen auswirken würde. Man kann also im nüchternden Zustand am eigenen Leib erfahren, wie  man als stark Betrunkener die Welt sieht – eine ziemlich verblüffende Angelegenheit. Der Großteil aller Schüler war schockiert, wie stark der Alkohol die Sehkraft einschränkt. Man sah durch die Rauschbrille an den Rändern alles stark verschwommen – der so genannte Tunnelblick wird so dargestellt. Außerdem konnte man Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen und Gegenstände erscheinten doppelt. Jeweils zwei Schüler bekamen immer eine Brille aufgesetzt. Sie bekamen die Aufgabe, sich die Hände zu geben, mit kleinen Schritten den Gang zwischen den Tischen lang zu gehen, sich zwischendurch auf einen Stuhl zu setzen und am Ende des Weges einen Tennisball vom Boden aufzuheben und diesen in einen Eimer zu werfen. Klang eigentlich erstmal easy. Die ersten Freiwilligen wirkten aber alles andere als sicher. Sie taumelten langsam durch den Klassenraum und schafften es kaum, die Bälle in den Eimer zu befördern. Fast alle Schülerinnen und Schüler probierten es aus. Manche kamen damit besser klar, andere weniger gut.

Zu guter letzt lief noch ein kleiner Clip über den Beamer. Er zeigte eindrucksvoll im Prinzip genau das, wovon Herr Quante geredet hatte. Eine kleine Gruppe Jugendlicher kehrt aus einer Bar zurück, fährt mit dem Auto eine Landstraße entlang und achtet nicht auf den entgegen kommenden Verkehr. Ein Trecker kommt ihnen entgegen, der Fahrer reißt das Steuer herum, um dem Trecker auszuweichen und der PKW gerät außer Kontrolle, kommt von der Fahrbahn ab und überschlägt sich. Nicht alle Insassen sollten den Unfall überleben.

Ich glaube, dass der Vortrag des Polizisten sehr gut auf uns Schüler gewirkt hat. Viele waren sich vorher wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, wie stark der Alkohol die körperlichen Fähigkeiten einschränkt. Da viele aber bald oder sogar jetzt schon dabei sind, die Fahrerlaubnis zu erlangen, ist Aufklärung in diesem Gebiet aber außerordentlich wichtig.

Johannes Alexy, 10b

 

 

zurück